Sie sind der Inbegriff von Luxus und Klasse, die Kristall- und Glasvasen von Lalique. Wenn man die meisterhafte Ausarbeitung der Stücke sieht, weiß man nicht, ob es sich um Gebrauchs- oder Kunstgegenstände handelt. Bei wem eine Lalique-Vase in seinem edlen Regal steht, bringt sein Kunstverständnis zum Ausdruck.

Nach seiner professionellen Ausbildung zum Zeichner begann René Lalique (1860 – 1945) 1881 seine berufliche Laufbahn als selbstständiger Schmuckdesigner. Seine anfänglichen Designs waren geprägt vom Jugendstil, doch mit der Zeit begann er seinen eigenen Duktus und eine eigene Kunstrichtung herauszuarbeiten, welche man später dem Art Déco zuordnete. 1905 eröffnete Lalique sein eigenes Geschäft auf der Place Vendôme in Paris. In unmittelbarer Nähe befand sich der Parfümhersteller François Coty, für den er eigens ein paar kunstvoll ausgearbeitete Glasflakons kreierte und somit die Parfumindustrie revolutionierte. Noch heute sind die Glasflakons von Lalique legendär und wahre Sammlerstücke. Lalique empfand es als seine Mission aus schlichten Gebrauchsgegenständen Kunstwerke zu schaffen. Mit dem speziellen Wachsausschmelzverfahren Cire Perdue fertigte er Matrizen an, in denen er seine einzigartigen Glasformen goss.

Als während des ersten Weltkriegs (1914 – 1918) seine Produktion zum Stillstand kam, konzentrierte sich Lalique in den 1920er Jahren auf die Herstellung von Unikaten. Es entstanden kunstvolle Skulpturen und seine ersten Vasen. Besonders bekannt sind seine Vasen aus gefrostetem Glas, die mit skulpturenartigen Dekoren besetzt sind. Seine Kreationen bestehen zum Teil aus buntem Glas und bilden Vögel, Frauengestalten, Blätter und Blumen ab. Die bunten opaleszenten Vasen werden durch die Zugabe von Metalloxiden, wie Kobalt, Brom und Chrom hergestellt. Um für ein breiteres Publikum produzieren zu können, kaufte Lalique eine neue Fabrik im Elsass, in dem Ort Wingen an der Moder, wo er auch seine Technik perfektionierte. Bekannte Stücke aus dem Hause Lalique sind die ovalen Vasen Ronces, die den Anschein erwecken, als seien sie aus einem Geflecht von dornigen Zweigen umgeben. Ebenfalls charakteristische Dekore für Lalique-Vasen sind Schlangen und Gazellen, sowie seine artischokenartig ausgearbeiteten Souston-Vasen.